Dähnepokal des Pfälzischen Schachbundes 2026 - Viertel- und Halbfinale
25.02.2026 Dähnepokal des Pfälzischen Schachbundes - Viertel- und Halbfinale
Am Samstag, 21.02.2026 hat der SC Niedermohr-Hütschenhausen im Bürgerhaus in Hütschenhausen das Viertel- und Halbfinale im Dähnepokal des Pfälzischen Schachbundes ausgerichtet.
Das achtköpfige Teilnehmerfeld hatte sich vorqualifiziert und war komplett der Einladung gefolgt.
Noch bevor die Partien starteten erhielt Philipp Rölle bereits einen Preis! Ralf Henkel war angereist, um den Dähnepokalsieger des Bezirks I/V mit einer gravierten Trophäe zu ehren. Eine feine Geste, vielen Dank dafür!
Nach der Begrüßung ergab die Auslosung des Viertelfinales die Begegnungen:
1. Holger Diehl – Raphael Birg: 0:1
2. Paul Auer – Ulrich Enkrodt: 0:1
3. Tobias Faulhalber – Reiner Junker: 0:1
4. Ingo Bruch - Philipp Rölle: 1:0
An Tisch 1 konnte Raphael gegen den Titelverteidiger den Angriff am Königsflügel unter Kontrolle halten und gleichzeitig Druck am Damenflügel entwickeln, was zum Gewinn von zwei Bauern führte. Holger blieb jetzt keine andere Wahl, als den Angriff am Königsflügel mit der Brechstange durchsetzen zu wollen. Er hatte die Türme auf der g-Linie gedoppelt und dann: Lxh6 - ALL IN! Die Fans waren kurzzeitig nochmal guter Hoffnung, aber Raphael hat sich umsichtig verteidigt und die Partie verdient gewonnen.
An Tisch 2 sahen wir die längste Partie des Viertelfinales. Paul konnte frühzeitig die h-Linie öffnen und der König von Uli stand fortan etwas luftig, aber nach Damentausch verflachten die Angriffschancen von weiß und der offene Königsflügel kam eher schwarz zugute. Uli konnte in der Folge einen Bauern gewinnen und diesen zum Partiegewinn verwalten.
Tobias hatte an Tisch 3 im Mittelspiel nicht die richtigen Ideen verfolgt und ist dadurch in Zeitprobleme geraten. Als sein Blättchen noch vor dem Ausführen von 40 Zügen „gefallen" ist, war allerdings auch die Stellung bereits verloren.
Auch an Tisch 4 sahen die Fans eine Partie ganz nach ihrem Wunsch! Philipp hatte mit g6 den weißfeldrigen Läufer von Ingo von h5 auf g4 vertrieben und wollte danach mit g5 auch den schwarzfeldrigen Läufer von h4 vertreiben. Ingo überlegte sehr lange und dann folgte ein Läuferopfer auf e6! Interessant, aber auch korrekt? Philipp gab die Figur wenig später wieder zurück, sonst wäre der Angriff von Ingo zu mächtig geworden. Nach einem Qualitätsgewinn stand Philipp zwischenzeitlich bestimmt nicht schlecht, konnte aber der Versuchung nicht widerstehen, einen vergifteten Bauern zu fressen. Danach ging es ganz schnell, die Partie kippte einzügig.
Die Auslosung des Halbfinales nach der Mittagspause führte zu den Paarungen:
1. Ulrich Enkrodt – Raphael Birg: ½ : ½, Blitz 0:2
2. Reiner Junker – Ingo Bruch: 0:1
An Tisch 1 hatte Raphael mit schwarz ein Gambit gespielt und Uli hatte sogar einen zweiten Bauern gewonnen. Dafür verblieb sein König in der Brettmitte. Die Königstellung von schwarz sah nach der langen Rochade zwar auch alles andere als sicher aus, hielt jedoch Stand. Für Außenstehende sah es so aus, als ob schwarz kurz vor dem Gewinn stünde, aber Uli fand noch eine Remisschaukel durch Dauerschach! Jedoch war er in beiden folgenden Blitzpartien, die von beiden Kontrahenten gut gespielt wurden, knapp unterlegen.
Noch bevor die letzte Blitzpartie geendet hatte, war auch das Spiel an Tisch 2 zu Ende gegangen. Reiner hatte mit den weißen Steinen eine Art Nilpferd gespielt, jedoch war nach kurzer weißer Rochade und langer schwarzer der schwarze Angriff schneller und durchdringend.
Herzlichen Glückwunsch an Ingo Bruch und Raphael Birg zum Einzug ins Finale! Die Auslosung ergab, dass Ingo die schwarzen Steine und Raphael die weißen führen wird. Die beiden Finalisten werden schnellstmöglich den Spieltermin vereinbaren und dem Landesspielleiter bekannt geben.
Als Schiedsrichter muss ich mich bei allen Teilnehmern für einen spannenden Wettkampftag bedanken, bei dem es zu keinem Zeitpunkt langweilig geworden ist, nicht, weil es so viel in Ausübung des Schiedsrichteramtes zu tun gegeben hätte, es gab bei diesen fairen Spielern keine Zwischenfälle, nein, weil es zu jedem Zeitpunkt an irgendeinem Brett lichterloh brannte und man sich gar nicht entscheiden konnte, wo man zusehen sollte!
Dem Finalsieger wünsche ich bereits jetzt alles Gute und viel Erfolg auf Rheinland-Pfalz Ebene sowie im MTA!
Gruß
Roman Bayer (Schiedsrichter)

Das Foto zeigt die Teilnehmer von links nach rechts:
Paul Auer, Tobias Faulhaber, Holger Diehl, Philipp Rölle, Ingo Bruch, Raphael Birg und Ulrich Enkrodt. Es fehlt Reiner Junker auf dem Foto, der erst wenige Minuten später eingetroffen war.
